Geburtstag Bäätes(Bert)
Zu den BildernAngefangen hat alles vor fast einem Jahr auf der Weihnachtsfeier der Klosterbrüder in Mainz. Bäätes ist extra aus Spanien angereist und hat auf der Weihnachtsfeier seinen Geburtstag mitgefeiert. Spontan wurde die Idee geboren Bäätes an seinem 70. Geburtstag nicht alleine zu lassen und in sein Winterquartier nach Spanien zu reisen. Die ersten Anmeldungen zur Reise nach Spanien sind schon an diesem Abend bestätigt worden. Bäätes hat es damals noch sehr ungläubig zur Kenntnis genommen. Spätestens im Frühjahr war der Plan gereift und die Reise für 19 Leute geplant.
Wie es sich für einen echten "kölschen Jong"gehört hat sich Bäätes nicht erschrecken lassen und das Geburtstagsfest streng nach den Kölner Gesetzen organisiert. Hier das Ergebnis:
§ 1 Et es, wie et es.
Es ist, wie es ist und die bestehenden Zustände zu verändern, würde nur unnötige Kräfte vergeuden!
Bäätes wurde 70, daran gab es nix zu wackeln und auch nicht daran, dass 19 Klosterbrüder und -schwestern inklusive eines Ü-Gastes in das Winterquartier nach Oliva in Spanien gereist sind.
§ 2 Mäht nix!
Ein echter Kölner ist von Natur aus tolerant. wenn etwas schief läuft, macht es ihm nichts aus, denn dann ist es vom Himmel gewollt.
"Mäht nix!" haben wir uns alle gesagt als die Nacht zum Sonntag um 3:00 h zu Ende war und wir uns auf den Weg nach Spanien machten. Das war zwar vom Himmel nicht so gewollt, aber was tut man nicht alles, um einen guten Freund zu einem wichtigen Anlass zu besuchen. Großes Treffen mit kleinem Gepäck in Hahn und ab nach Valencia. Auch unser "Sonnenschein Karl", man nennt ihn auch Simon, hat seinen ersten Flug mit dem nötigen Gleichmut ertragen. "Mäht nix!"hat er sich bestimmt gesagt, Hauptsache es gibt was zu beobachten.
§ 3 Et kütt, wie et kütt!
Denn es kommt ja alles so, wie es kommen soll! Kölner hadern nicht mit ihrem Schicksal. Auch in den tiefsten Lebenskrisen singen sie stets nur fröhliche Lieder.
Das musste sich auch Bäätes gedacht haben, der uns zuverlässig und in sein Schicksal ergeben am Flughafen in Valencia abgeholt hat. Eine gutgelaunte, aber müde Truppe landete nach angenehmem Flug in Valencia. Sonniges Wetter, großes "Hallo" und natürlich endlich wieder rauchen. Bäätes lernte auch endlich den Ü-Gast, Olli, kennen. Ab in den Bus und durch sonnige Orangenhaine nach Oliva.
§ 4 Et hät noch immer jot jejange.
Der wahre Kölner ist schon von Geburt aus Optimist! Für ihn ist das Leben ein einziger Genuss. Bisher hat immer noch alles gut gegangen - und wenn mal nicht, dann tritt automatisch § 3 in Kraft!
Gut gegangen war auch der Transport und die Bungalowverteilung in Guantanamo-Village. Praktische saubere Bungalows wurden von der Truppe in Beschlag genommen und die ersten Rufe nach "Bierli" sind laut zu vernehmen gewesen. Hier ein großes Dankeschön an Ute und Bäätes, die für die Geburtstagsreisegruppe tatkräftig mitgeholfen haben die Bungalows bewohnbar und komfortabel zu machen.
§ 5 Wat fott es, es fott.
Der Kölner trauert keinen verloren gegangen Dingen oder alten Freundschaften hinterher. vgl. § 3!
§ 5 ist das eigentliche Motto des Zusammenseins auf einer sonnigen Terrasse vor einer Bar. Etwas verwundert hat sich unser immer freundlicher "Placebo Domingo" daran gemacht die Getränkewünsche der Reisegruppe zu erfüllen. Dazu musste natürlich auch der erste grobe Hunger gestillt werden. Kaum standen Getränke auf dem Tisch, waren sie auch schon ?fott?. Trotz der Temperaturen über 20 Grad ist kein einziges Getränk verdunstet. Ingesamt muss festgestellt werden das dieses Motto sich bei der ganzen Gruppe in aktives Handeln umgesetzt hat. Kein Wein und kein Bier blieb ungetrunken, und selbst Hochprozentiges war nicht sicher vor den durstigen Kehlen.
§ 6 Jede jeck es anders.
Ein echter Kölner nimmt seine Mitmenschen so, wie sie sind. Negative Kritik liegt ihm völlig fern! Warum auch, denn alles ist ja vorherbestimmt!
So konnte man die schönen Tage in Oliva auch nach eigenem Bemessen gestalten. Formulieren wir es einmal so:
Fester Standort war die Terrasse vor der Bar. In diesem Dunstkreis ist jeder seinen Tagesaktivitäten
nachgegangen. Die ganz Hartgesottenen haben die Gelegenheit ergriffen und sind ins Mittelmeer zum Schwimmen,
Andere sind zum Strandspaziergang aufgebrochen und wieder Andere haben dafür gesorgt, dass Domingo in Bewegung
blieb.
Von einem besonderen Jeck muss hier noch erzählt werden. Unser geheimnisvoller Ü-Gast. Außer unseren
Michelstädtern kannte ihn ja niemand persönlich und jeder war richtig neugierig.
Ein spezielles Geschenk der Klosterbrüder-Reisegruppe für unseren Bäätes.
Um es auf den Punkt zu bringen und beim Namen zu nennen:
Olli Roth, die "Wieslocher"Musikmaschine ......
Er hat zu Bäätes Geburtstag ein 3-stündiges Konzert der Spitzenklasse gegeben. Klassiker aus Rock, Pop und
Jazz wurden auf eine eigene und sehr spezielle Art interpretiert. Andächtiges Lauschen, Mitsingen und
Mitklatschen und nicht zuletzt mehrere Attacken von Gänsehaut wechselten sich beim Publikum ab. Mit einfachen
Mitteln, einer akustischen Gitarre und ein paar willigen und gelehrigen ?Japanern? hat Olli uns begeistert und
verzaubert.
Tolles Konzert für ein tolles Geburtstagskind!
Und weil?s so schön war, haben wir am nächsten Tag noch ein spontanes Konzert gehört. Danke Olli!
Zur
HP von Olli
§ 7 Wat soll dä quatsch?
Kleinere Streitereien räumt der wahre Kölner mit den Worten "was soll der Unsinn?" aus dem Wege. Er ist schon von seinem Gemüt her überaus leicht versöhnlich.
Streitereien gab es nicht, so dass der Paragraf in diesem Zusammenhang nicht zum Tragen kam.
§ 8 Hammer immer esu jemaat!
Neuerungen oder gar Reformen begegnen wir Kölner mit großer Skepsis! Wir sind von Natur aus konservativ und machen erst mal so weiter wie früher, außer man zwingt uns dazu, uns umzustellen. In diesem Falle gilt wieder §3.
Und wie der Bäätes das gemacht hat! Er hat seinen Geburtstag ausgerichtet wie es nur ein perfekter Gastgeber
kann. Tapas, dass sich die Tische biegen, Früh-Kölsch in gastronomischen Ausmaßen, süße Leckereien, Sangria und
bester Schinken, Paella und vieles mehr ......
Es war vom Feinsten und jedem von uns läuft jetzt noch das Wasser im Mund zusammen, wenn wir an diese
12-Stunden-Übung denken.
(Anmerkung: lieber Bäätes, wenn Du das immer so machst, fahren wir Dir auch noch weiter nach!)
§ 9 Trink doch ene met!
Kölner knüpfen zuweilen schon nach wenigen Minuten Freundschaften, besonders in der Kneipe. Gerne geben sie an der Theke einem Fremdling auch ungefragt ein Kölsch aus. Ein Fremder bleibt in Köln nicht lange alleine, aber es soll schon vorgekommen sein, dass die Beiden sich am nächsten Tag nicht mehr kannten! Das liegt aber dann nur daran, dass dem Kölner über Nacht intuitiv eingefallen war, dass der Fremde sträflich gegen einen dieser 10 Paragrafen verstoßen hatte!
Keine Angst, hier soll jetzt nicht auf die einzelnen Phasen der 3 Tage Party eingegangen werden. Mitgetrunken
und gefeiert hat sowieso jeder.
Es muss auch erwähnt werden, dass unser Bernd am gleichen Tag Geburtstag hat wie Bäätes und dieser Umstand
natürlich auch ordentlich gefeiert wurde.
Zwischenzeitlich sind auch noch einige Geburtstagsgäste für Bäätes eingetroffen, die sich nahtlos in die Gruppe
einfügten und den Spaß mit uns teilten.
Alles in Allem ein suuuuuuper Fest über 3 Tage. Das Wetter, das Meer, die Örtlichkeiten, das Essen und die
Getränke die zwei Gänsehaut-Live-Konzerte und die perfekten Gastgeber. Einfach Super!
§ 10 Hammer nit, bruche mer nit, - fott domet!
So ist der Kölner nach dem Motto "das haben wir nicht, das brauchen wir nicht, - weg damit!" letztlich nicht nur sehr konservativ, sondern auch überaus konsequent bis hin zur seelischen Grausamkeit! Wer auch nur ein einziges Mal gegen eines verstößt, wird erbarmungslos ausgeschlossen und für alle Zeiten mit Verachtung der übelsten Form überschüttet!
Wenn die Kölner Gesetze so perfekt umgesetzt werden wie es in den 3 Tagen in Spanien geschehen ist, haben sich weder die Klosterbrüder noch unsere Gastgeber schuldig gemacht.
Nochmals vielen Dank an unsere Gastgeber für die herausragende Gastfreundschaft. Die Planungen fürs nächste Jahr können anfangen ........




























































